09.11.2015 bis 18.05.2017, Lassalle-Haus

Eine Zusatzausbildung für die Seelsorge

Paar- und Familienbeziehungen sind mit hohen Lebenssinn- und Glückserwartungen verbunden. Die vielfältigen Realitäten und praktisch gelebten Überzeugungen heutiger Partnerschaft, Ehe und Familie gilt es seelsorgerlich vorurteilsfrei wahrzunehmen. Nur so können christlich einladende und ermutigende Antworten auf die Herausforderungen dieses zentralen Erfahrungsbereichs gegeben werden.

Dieses wichtige pastorale Aufgabenfeld erfordert fachlich wie persönlich besondere Kompetenz. Um auf der Ebene der Pfarrei oder Region in der Begleitung von Paaren, Familien, Alleinerziehenden und Geschiedenen professioneller zu arbeiten, führt das IFOK zusammen mit der Fachstelle Partnerschaft – Ehe – Familie im Bistum St. Gallen bereits zum vierten Mal eine berufsbegleitende Weiterbildung durch, die als Zertifikatslehrgang der Theologischen Fakultät der Universität Luzern anerkannt ist.

Zielsetzung

Es handelt sich um eine Zusatzqualifikation für kirchliche MitarbeiterInnen mit theologischer bzw. religionspädagogischer Grundausbildung in der Seelsorge, nicht um eine Qualifikation für Therapie, Lebensberatung oder Kommunikationstraining. Sie vermittelt Fachwissen und Instrumente und dient einer berufsbezogenen Kompetenzerweiterung auf folgenden Ebenen:

Fachliche Kompetenz

  • Befähigung zur Auseinandersetzung und Reflexion gesellschaftlicher Rahmenbedingungen sowie theologisch-spiritueller Aspekte in Bezug auf Gelingen und Scheitern von Partnerschaft, Ehe und Familie im Kontext von Kirche und Gesellschaft
  • Kennenlernen, Entwickeln und Beurteilen von ehe- und familienpastoralen Konzepten und Ansätzen religiöser Eltern- und Familienbildung; Einbindung dieser Themen in ein die vielfältigen Lebensentwürfe umfassendes pastorales Gesamtkonzept

Selbstkompetenz

  • Befähigung zur persönlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Familien- und Beziehungsbiographie, den damit verbundenen Leitbildern hinsichtlich Partnerschaft, Ehe und Familie sowie der persönlichen Beziehungsfähigkeit und Berufsidentität

Sozialkompetenz

  • Klärung des eigenen Rollenverständnisses in der Beziehungs-, Ehe- und Familienpastoral
  • Fähigkeit zur Animation und Begleitung von Einzelpersonen, Paaren und Gruppen

Spirituelle Kompetenz

  • Wahrnehmungs-, Sprach- und Kommunikationsfähigkeit hinsichtlich der religiös-spirituellen und ethischen Dimensionen von Paarbeziehungen und Familien sowie der hohen Bedeutung seelsorgerlich-spiritueller Beziehungsbegleitung

Arbeitsweise

  • 19,5 Kurstage in 5 Blockveranstaltungen sowie Kursabschluss: Die Kursarbeit baut auf dem Dreischritt «sehen – urteilen – handeln» sowie den Erfahrungen der Teilnehmenden auf  und verbindet praxisorientierte Theorie-, Prozess- und Selbsterfahrungselemente.
  • Planung, Durchführung, Auswertung und Dokumentation einer Projektarbeit: Der Transfer der Theorie in die Praxis wird vertieft, indem die TeilnehmerInnen eigenständig ein Projekt im Rahmen der Beziehungs-, Ehe- und Familienpastoral mit Erwachsenen innerhalb ihres Arbeitsfeldes konzipieren, durchführen und evaluieren. Zur Unterstützung werden Grundkenntnisse des Projektmanagements vermittelt. Alle an der Ausbildung Beteiligten reflektieren die Ergebnisse bei zwei Abschlusstagen, an denen die Projektpräsentation erfolgt.
  • 5 Gruppensupervisionshalbtage jeweils am Ende der inhaltlich-thematischen Kursarbeit: Ziel der Supervision ist die Integration der Erfahrungen aus der Weiterbildung in die persönliche Berufs- und Lebenssituation als SeelsorgerIn.  Leitung: Theres Spirig-Huber, Theologin, Supervisorin BSO; Thomas Feldmann, Theologe, Supervisor, Einzel- und Paartherapeut.

Zielgruppe

Kirchliche MitarbeiterInnen mit theologischer bzw. religionspädagogischer Grundausbildung, die mindestens über eine dreijährige seelsorgerliche Berufserfahrung verfügen und in einer festen Anstellung sind bzw. die Möglichkeit haben, eine Projektarbeit zu realisieren und zu evaluieren.

Zertifikat

Die Weiterbildung ist als Zertifikatslehrgang der Theologischen Fakultät der Universität Luzern anerkannt. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes Universitäts- oder Fachhochschulstudium oder eine vergleichbare Ausbildung plus Berufserfahrung, regelmässige Teilnahme an den Kursmodulen und Supervisionshalbtagen (mind. 90%), Durchführung und qualifizierte Dokumentation eines Projekts.

Kursbeginn/Abschluss

November 2015 / Mai 2017

 

Anmeldeschluss

15. Mai 2015

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